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A 45: Schließung der Ausfahrt soll verhindert werden

Der Lahn-Dill-Kreis setzt sich weiter für den Erhalt der Behelfsausfahrt an der A 45 bei Aßlar ein. Diese wird derzeit mit Ausnahmegenehmigung des Bundes insbesondere durch den Schwerlastverkehr genutzt, der zum und vom Abfallwirtschaftszentrum in Bechlingen abfährt. Die Genehmigung läuft im Jahre 2024 aus. Im Zuge des sechsspurigen Ausbaus der A 45 soll der Anschluss entfallen. Seit Bekanntwerden der Pläne bemüht sich der Kreis um den Erhalt der Ausfahrt. Eine neue Verkehrsuntersuchung untermauert die Argumente des Lahn-Dill-Kreises.

„Die aktuelle Verkehrsuntersuchung bestätigt unsere Befürchtungen, dass der Wegfall der Behelfsausfahrt zu einer deutlichen Mehrbelastung auf den umliegenden Straßen führen wird“, so der Erste Kreisbeigeordnete Roland Esch. Am stärksten betroffen wären die Ortsdurchfahrt Aßlar und die Bechlinger Straße. Das Gutachten eines Koblenzer Unternehmens für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik empfiehlt daher, den Anschluss für den Schwerverkehr des Abfallwirtschaftszentrums in Betrieb zu halten. Die Ausfahrt sei eine „leistungsfähige, verkehrssichere und anwohnerschonende Verbindung“, heißt es.

Verkehrszählung im Oktober 2019

Für das Gutachten wurden an einem „Normalwerktag“ im Oktober 2019 an markanten Knotenpunkten im Straßennetz rund um das Abfallwirtschaftszentrum Verkehrszählungen durchgeführt. Im Vergleich zur letzten Erhebung im Jahr 2004 zeigt sich zunächst, dass das Belastungsniveau insgesamt nahezu unverändert geblieben oder sogar leicht gesunken ist. So wurden beispielsweise in der Ortsmitte von Aßlar (B 277, Herborner Straße) 18.180 Fahrzeugbewegungen registriert, in 2004 waren es 18.380. Betrachtet man allerdings den Anteil des Schwerlastverkehrs, stellt sich das Belastungsniveau anders dar.

Zum Zeitpunkt der Verkehrszählung im Oktober 2019 war die Behelfsausfahrt an der A 45 für den Verkehr gesperrt, wodurch das Lkw-Aufkommen insbesondere am Nadelöhr auf der Bechlinger Straße nach dem Abzweig von der Ortsdurchfahrt (B 277) erkennbar zunahm. Dort zählten die Verkehrsplaner am Tag 200 Schwerlastverkehre, das sind 60 mehr als bei der letzten Erhebung. Nähme man noch die 40 Zählungen hinzu, die trotz der Sperrung der Behelfsausfahrt auf dem Verbindungsstück zur A 45 gemacht wurden, könnte man von bis zu 100 zusätzlichen Schwerlastkraftwagen pro Tag ausgehen.

87 Prozent mehr Schwerverkehr

Vor allem die im Gutachten gestellte Prognose für das Jahr 2030 wird im Kreishaus mit Sorge betrachtet. Darin wurden auf Basis des Landesverkehrsmodells Hessen die allgemeine Bevölkerungs-, Mobilitäts- und Strukturentwicklung ebenso berücksichtigt wie der Ausbau der A 45 oder der Ersatzneubau der Hochstraße (B 49) in Wetzlar. Ergebnis: Schon ohne Sperrung der Abfahrt geht die Studie von einer deutlichen Zunahme des Schwerlastverkehrs in der Ortsdurchfahrt Aßlar um 43 Prozent aus. Schließt die Behelfsausfahrt, könnten es im Jahr 2030 sogar 87 Prozent mehr sein. „Das bedeutet, dass mit dem Verlust des Autobahnanschlusses in absehbarer Zeit werktäglich 130 Schwerlastfahrzeuge zusätzlich die Route durch Aßlar wählen“, so Roland Esch.

Im Ergebnis bestätige das Gutachten eindringlich die Notwendigkeit der Beibehaltung der Auf- bzw. Abfahrt und damit die bisherigen Stellungnahmen des Kreises. „Daran, dass die Warenwirtschaft zunehmend auf die Straße verlagert wird, können wir nichts ändern, doch wir sollten verhindern, dass durch die Sperrung der Behelfsausfahrt der Deponieverkehr erschwerend hinzukommt“, so Esch. Das Verkehrsgutachten soll nun den Entscheidungsträgern und allen Beteiligten zugänglich gemacht werden.