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Kreistag berät über Erhöhung der Abfallgebühren

Die letzte Abfallgebührenerhöhung im Lahn-Dill-Kreis (ohne Stadt Wetzlar) liegt 16 Jahre zurück. Bis heute wurden die Abfallgebühren mehrmals gesenkt, zuletzt vor knapp zwei Jahren. Am 4. November berät der Kreistag nun erstmals wieder über eine Erhöhung der Abfallgebühren. Vorausgesetzt das Gremium stimmt dem Beschlussvorschlag zur Änderung der Abfallgebührenordnung zu, erhöht sich die Grundgebühr für eine 120-Liter-Restabfalltonne pro Jahr um 30,49 Euro auf 78,99 Euro. Bei der 240-Liter-Restabfalltonne beläuft sich die Grundgebühr künftig auf jährlich 129,12 Euro (+ 49,72 Euro). Die Leistungsgebühren, die pro Leerung der Rest- und Bioabfallbehälter erhoben werden, können dagegen teilweise gesenkt werden. Die neue Abfallgebührenordnung würde zum 01.01.2020 in Kraft treten.

Grundgebühr Leistungsgebühr Restabfall Leistungsgebühr Bioabfall
120-Liter Restabfall: 78,99 € 120-Liter-Tonne: 2,14 € 120-Liter-Tonne: 1,80 €
240-Liter Restabfall: 129,12 € 240-Liter-Tonne: 4,28 € 240-Liter-Tonne: 3,61 €
1.100-Liter Restabfall: 488,42 € 1.100-Liter-Container: 13,41 € 1.100-Liter-Container: 6,39 €


Unterm Strich wird ein 4-Personen-Haushalt abhängig vom gewählten Behälterbestand und der Leerungshäufigkeit jährlich zwischen 118,39 Euro und maximal 334,26 Euro bezahlen – das sind 29,89 bzw. 57,26 Euro mehr als in den vergangenen Jahren. Bei Wohneinheiten mit jeweils 1.100-Liter-Containern sind es maximal 127,92 Euro mehr, die auf die Mieter umgelegt werden. In den Abfallgebühren enthalten sind neben den Behältergestellungen samt Transpondertechnik (Chip) und den 14-täglichen Rest- und Bioabfallentsorgungen sowie den vierwöchentlichen Leerungen der Altpapiertonnen auch die Sperrabfallentsorgungen, die Schadstoffentsorgungen, die Entsorgung wilder Abfälle, die unabhängige Abfallberatung sowie die Nutzung der 21 Wertstoffhöfe im Lahn-Dill-Kreis. Dort können das ganze Jahr Grünschnitt, Altholz, Bauschutt, Altmetall, Druckerpatronen, Tonerkartuschen, CDs/DVDs sowie Papier, Pappe und Kartonagen aus privaten Haushalten in Pkw-Mengen kostenlos abgegeben werden.

„Die Gründe für die Erhöhung liegen insbesondere in den gestiegenen Marktpreisen für Transport, Umschlag, Lagerung und Entsorgung der Abfälle“, erläutert der Erste Kreisbeigeordnete Roland Esch. So hätten die Neuausschreibungen für die Abfuhr von Rest- und Bioabfall, Altpapier und Sperrmüll zu einer Erhöhung der Fixkosten geführt, ebenso die Ausschreibungsergebnisse für die anschließende Verwertung und Entsorgung der Abfälle. Die Gebührenausgleichsrücklage, mit der Kostenschwankungen in der Vergangenheit aufgefangen wurden, wird zum 31.12.2019 deutlich gesunken sein und somit keine weitere Gebührenperiode (2020 bis 2023) ausreichen.

Verschärfte Auflagen und der Niedrigzins

Ein anderer Kostentreiber sind die sich ständig verschärfenden Umweltauflagen, welche die Abfallwirtschaft sukzessive zwingen, Umladungen im Abfallwirtschaftszentrum in neuen abgeschlossenen Hallen mit moderner Brandschutz- und Belüftungstechnik durchzuführen. Auch die Kriterien für die Stilllegungs- und Nachsorgephase von Deponien seien verschärft worden, so der Erste Kreisbeigeordnete. Und bei den dafür notwendigen Deponierückstellungen mache sich die anhaltende Niedrigzinsphase immer deutlicher bemerkbar. Dennoch seien die durchschnittlichen Abfallgebühren im Lahn-Dill-Kreis auch nach der Erhöhung noch immer günstiger als in den Nachbarregionen.