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Zu viele Fremdstoffe - Bioabfall wird kontrolliert

Über 20 Jahre nach Einführung der Biotonne im Lahn-Dill-Kreis machen Fremdstoffe im Bioabfall den Kompostwerken zunehmend zu schaffen – vor allem Plastiktüten sind ein Problem. „Manche Bioabfall-Chargen sind derart verunreinigt, dass sie nur noch als Restabfall entsorgt werden können“, berichtet der Erste Kreisbeigeordnete Heinz Schreiber. Die Abfallwirtschaft Lahn-Dill lässt deshalb ab sofort die Bioabfälle stichprobenartig kontrollieren. Zunächst bis zum Ende des Jahres.

Im ersten Schritt wird die Qualität der in den Kompostanlagen in Aßlar und Oberscheld angelieferten Bioabfälle durch Mitarbeiter des Kompostwerkbetreibers (Hermann Hofmann Gruppe) bewertet und benotet. Dank der Tourenpläne der Müllsammelfahrzeuge lässt sich sehr genau nachvollziehen, aus welchen Bezirken der auffallend schlecht sortierte Bioabfall stammt. „In diesen Gebieten werden wir dann verstärkt hinschauen und die Biotonnen einer Sichtkontrolle unterziehen“, erklärt Frank Dworaczek, 1. Betriebsleiter der Abfallwirtschaft Lahn-Dill.

Gelbe und rote Karten

Mitarbeiter des beauftragten Abfuhrunternehmens SUEZ werden in den identifizierten Gebieten unmittelbar vor der Leerung einen Blick in die Tonnen werfen. Im Lahn-Dill-Kreis erhalten Biotonnen, in denen Fremdstoffe entdeckt werden, eine gelbe Karte. Nach der zweiten gelben Karte wird die Tonne gesperrt und zunächst nicht mehr geleert. Bei besonders schlechter Abfalltrennung kann die Biotonne bereits bei der ersten Kontrolle gesperrt werden, es gibt die rote Karte.

Die Stadtreinigung Wetzlar wird ihrerseits weiterhin in ihrem Zuständigkeitsbereich (Stadt Wetzlar und Stadtteile), wie bereits routinemäßig praktiziert, Kontrollen im Rahmen der Regelabfuhr vornehmen. Die Stadtreinigung arbeitet dabei mit den schon bekannten Aufklebern statt mit gelben und roten Karten. Die Konsequenzen sind hier wie dort dieselben: Was nicht mehr als Bioabfall durchgeht, muss zur Restabfallabfuhr bereitgestellt werden – es fallen zusätzliche Gebühren an. In drastischen Fällen kann die Biotonne auch eingezogen und durch Restabfallvolumen ersetzt werden.

Keine kompostierbaren Beutel

Im Rahmen der gemeinsamen Aktion zur Verbesserung des Bioabfalls haben sich die Entsorgungsbetriebe auch auf eine eindeutige Regelung bezüglich der Verwendung von „kompostierbaren“ Plastik-Bioabfallbeuteln geeinigt: Diese sind nicht zulässig! Im Bioabfall lassen sie sich von anderen Tüten nicht unterscheiden. Außerdem überstehen sie nicht selten das Rotteverfahren und landen als Schnipsel im Kompost und somit auf den Äckern. Abfallwirtschaft, Stadtreinigung und Kompostwerkbetreiber bitten dringend darum, stattdessen auf Papiervarianten zurückzugreifen. Es reicht aber auch einfaches Zeitungspapier, um feuchte Küchenabfälle einzuwickeln.