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Zur Vergabe von Entsorgungsleistungen

Abfall ist kein Müll, sondern ein Rohstoff. Für die flächendeckende Erfassung und bestmögliche Verwertung sind – mit Ausnahme der über den Gelben Sack gesammelten Leichtverpackungen und der Einsammlung des Altglases – die kommunalen Entsorgungsbetriebe zuständig. Einige Leistungen werden an spezialisierte Unternehmen vergeben – so z.B. die Aufbereitung und Verwertung von Rest- und Bioabfällen.

Europaweite Ausschreibungen

Regelmäßig schreibt auch die Abfallwirtschaft Lahn-Dill diese Leistungen aus – und zwar wie vom Gesetzgeber gefordert europaweit. Als öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger nehmen wir diese Aufgabe sehr ernst und kommen ihr höchst verantwortungsvoll nach. Öffentliche Ausschreibungen bedeuten immer auch eine öffentlich nachprüfbare Vergabe und sind somit eine Grundvoraussetzung für fairen Wettbewerb, Korruptionsprävention und stabile Abfallgebühren.

Dennoch kommt es immer wieder zu Irritationen, falls nicht das heimische Unternehmen den Zuschlag erhält, sondern ein Bewerber aus einer anderen Region. Dazu stellen wir fest: Die räumliche Nähe allein kann und darf bei der Auftragsvergabe nicht ausschlaggebend sein – ebenso wenig wie die Kilometer, die der Abfall auf dem Weg in die Verwertungsanlage mehr oder weniger zurücklegt, etwas über dessen ökoeffiziente Verwertung aussagen.

Das Kompostwerk Aßlar z.B. war zum Zeitpunkt der Neuausschreibung der Bioabfallverwertung 30 Jahre alt und entspricht nicht mehr den heutigen Standards. Indem die Bioabfälle nun im Wesentlichen in einer modernen Vergärungsanlage in Essenheim verwertet werden, wo Biogas zur Energiegewinnung genutzt wird, leistet der Lahn-Dill-Kreis einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und erfüllt die Forderungen nach einer „Kaskadennutzung“ – also einer Mehrfachnutzung – des Bioabfalls.

Ökologisch und ökonomisch sinnvoll 

Auch die energetische Verwertung des Restabfalls in Witzenhausen ist ökologisch wie ökonomisch nachvollziehbar: Das hocheffiziente EBS-Kraftwerk mit einem Wirkungsgrad von ca. 80 Prozent versorgt eine unmittelbar angrenzende Papierfabrik vollständig mit alternativer Energie (Strom, Dampf, Wärme). Und Schlacken, die bei der Verbrennung entstehen und mit der Rückfahrt nach Aßlar gelangen, tragen zu einer Auslastung der Deponie bei – und somit zur Gebührenstabilität für die Bürgerinnen und Bürger im Lahn-Dill-Kreis.

Dass der Restabfall aus dem Lahn-Dill-Kreis seit einigen Jahren nach Nordhessen transportiert wird, bedeutet im Übrigen keinesfalls eine schlechtere Gesamtökobilanz als zu Zeiten der MBA Aßlar. Im Gegenteil: Damals musste das in Aßlar produzierte Trockenstabilat in Orte in der ganzen Bundesrepublik transportiert werden, um dort verbrannt zu werden. Und die Effizienz in diesen Verbrennungsanlagen war zumeist weitaus geringer als in Witzenhausen.

Als öffentlicher Entsorgungsbetrieb stehen wir in der Pflicht, eine umweltgerechte und zugleich wirtschaftliche Lösung für die Abfälle aus dem Lahn-Dill-Kreis zu finden. Selbstverständlich gibt der Preis den Ausschlag, aber immer unter Berücksichtigung der höchsten Anforderungen an die Abfalllogistik und eine nachhaltige Abfallbehandlung. Nach diesem Grundsatz handelt der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft Lahn-Dill konsequent.